| Interview |
Deadfall: Hallo Zingultus. Ich habe die Ehre mit Dir ein resümierendes Interview über Nagelfar zu führen!
Vielleicht wäre es das Beste, wenn Du mit einer kleinen Beschreibung Deiner Person für unsere Leser beginnst.
Zingultus: Ich war Sänger und Texter der deutschen Black Metal Formation Nagelfar von 1999 bis zum Ende der Band im Jahre 2002. Mehr zu meiner Person ist im Bezug auf die Band nicht wichtig.
Deadfall: Du bist ja erst seit 1999 bei der Band dabei gewesen. Aber kannst Du uns vielleicht trotzdem sagen, was 1993 zur Gründung von Nagelfar führte, ob man auf den Namen „Nagelfar“ kam, weil es das Schiff ist, das den Weltuntergang ankündigt, und ob es eine bestimmte Absicht gab, die Band zu gründen?
Zingultus: Ich denke, dass die Geschichte der Band und die Hintergründe der Gründung zu Hauf´ in vergangenen Interviews mit der Band erörtert wurden. Insofern spare ich mir hier mal eine erneute Antwort.
Deadfall: Inwiefern machten die ständigen Line-Up-Wechsel Nagelfar zu schaffen? Schließlich wurde die erste feste Besetzung ja erst 1995 gefunden, wo man dann das Demo „Als die Tore sich öffnen...“ veröffentlichte, dem 1996 „Jagd“ folgte.
Zingultus: Welche Auswirkungen diese Line-up Wechsel hatten, lässt sich recht einfach anhand der jeweiligen Veröffentlichungen in jenen Zeiten fest machen. So konnte keine kontinuierliche Arbeit vonstatten gehen und somit auch nicht qualitativ erstrebenswerte Musik zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht werden. Die späteren Line-up Wechsel störten natürlich auch die Maschinerie Nagelfars. Zum einen konnte man ohne komplette Besetzung keine Konzerte spielen, zum anderen war es natürlich schwer, die Fortgänge von Jander und insbesondere von Sveinn zu kompensieren. So kam es also weder zu einer Veröffentlichungsflut, noch zu ständiger Bühnenpräsenz der Band.
Deadfall: Euer Debütalbum „Hünengrab im Herbst“, welches 1997 erschien, war ja ein absolut legendäres Album. Damals war Jander noch der Sänger von Nagelfar. Wieso kam es bei den Aufnahmen von „Srontgorrth“ zu bandinternen Problemen, die zur Folge hatte, dass Jander die Band verließ (oder verlassen musste? – habe da mal ein Gerücht von wegen Rausschmiss gehört…)?
Zingultus: Er ist von alleine gegangen, wobei ihm schon klar gemacht wurde, dass es eigentlich für seine Ideen und Ansichten keinen Platz mehr bei Nagelfar gab. So wurde ihm nahegelegt, doch zu gehen. Er orientierte sich mehr und mehr in die Gothic Richtung, wurde immer weinerlicher und letztendlich war auch nicht mehr viel an Identifikation für den Rest der Band da. Durch diese Ungereimtheiten war zum damaligen Zeitpunkt sehr viel Unruhe in der Band. Es war keine Einheit mehr.
Ich denke, dass war auch mit ausschlaggebend für den Fortgang Sveinns. Ich wage zu behaupten, dass er noch dabei gewesen wäre, wenn Jander vor ihm gegangen wäre. Ihm gefiel die neuentdeckte Kraft und Energie der Band mit der neuen Besetzung sehr gut, doch leider haben wir uns musikalisch zu schnell entwickelt, so dass er für sich selber beschlossen hat, nicht zur Band zurück zu kehren. Da halfen alle Bitten von meiner und Meilenwalds Seite nichts. Wir wären glücklich und Stolz gewesen, ihn wieder in unseren Reihen zurück zu haben. Doch selbstreflektierend sah er sich leider nicht in der Lage dazu, da er den Bass seit seinem Fortgang nicht mehr gespielt hatte.
Deadfall: Nachdem Du, Zingultus, Dich 1999 der Band angeschlossen hast, wurde 2000 das Album „Virus West“ und eine Split mit „Bluttaufe“ veröffentlicht. Wie kam es dazu, dass Du den Sängerposten übernommen hast und kanntest Du Alexander von Meilenwald und Zorn schon vorher?
Zingultus: Ich habe Sveinn 1993 nach der „Fuck Christ Tour“ kennen gelernt. Zur damaligen Zeit stach man halt noch ein wenig aus der Masse, wenn man sich zum BM bekannte. Wir kamen ins Gespräch, da wir beide von unseren jeweiligen Black Metal Bands berichteten und austauschten. Über die Jahre hinweg lernte ich auch Meilenwald, Jander und Zorn kennen, wobei ich eher den Kontakt zu Sveinn und Meilenwald pflegte und sich daraus eine tiefe, andauernde Freundschaft bildete, zumal wir neben der Musik uns auch auf anderer Ebene getroffen haben und aktiv wurden.
So gründeten wir drei auch gemeinsam den Wód-Ván. Zum damaligen Zeitpunkt war es unser Ziel, einen Verein zur Erhaltung des heidnischen Grundgedankens in Anlehnung an den germanischen Männerbund zu gründen. Letztendlich verlief dies jedoch im Sand, doch hat der Wód Ván bis heute als Bruderschaft der Aachener Black Metaller Bestand.
Als 1995 der vakante Sängerposten nach Smaug frei wurde, bat Sveinn mich bereits, diesen Posten zu übernehmen, da er meine Kunst kannte. Doch war ich zum damaligen Zeitpunkt nicht bereit, mich in eine Band zu integrieren. Somit fiel die Wahl fast zeitgleich auf Jander, welcher Kontakt zu Meilenwald hatte.
Während dieser Zeit durfte ich jedoch stets in freundschaftlich, beratender Position insbesondere für Meilenwald fungieren. Die Band konnte zu jeder Zeit mit meiner Unterstützung rechnen, auch wenn ich immer weniger mit Jander und Zorn als Personen anfangen konnte.
Dies war auch letztendlich ausschlaggebend dafür, dass es auch recht lange gedauert hat, bis Meilenwald 1999 erneut auf mich zukam, um mir den Posten als Sänger anzubieten. Es sträubte ihn deutlich, erneute Unruhen nach den Differenzen mit Jander in die Band zu holen, da er von dem recht unterkühlten Verhältnis meiner zu Zorn wusste. Doch jegliche Befürchtungen zerschlugen sich in Schall und Rauch, als dass Zorn und ich uns letztendlich doch durch die lange Kontaktpause vorher wieder aufeinander einlassen konnten und ich von meiner Seite behaupten kann, sogar in unserer gemeinsamen Zeit in der Band ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen konnten. Ich habe viele tiefgründige Gespräche und Diskussionen mit ihm genossen. Auch wenn wir nie dicke Freunde wurden, so lernten wir uns zu respektieren und wir kontaktieren uns auch heute noch gelegentlich.
Deadfall: Wie würdest Du die Band „Nagelfar“ musikalisch und textlich beschreiben und was ist für Dich der Geist, der hinter dieser Formation steht?
Zingultus: Da gibt es nur eine Antwort: (Black) Metal!!!
Deadfall: Woher kommen die Inspirationen für die Texte Nagelfar’s und ist es Dir wichtig, dass eure Hörer die Lyrics auch komplett kennen? Mit Textausschnitten wie „Lust am Leben – Lust es zu töten!“ und „Sonnenfinsternis – Zeit zu herrschen! Sonnenfinsternis – Meine Zeit!“ habt Ihr euch ja ziemlich deutlich ausgedrückt! Wie siehst Du die heutige Welt und vor allem wie stehst Du zu ihr?
Zingultus: Ich möchte diese Frage kurz und knapp mit einem Zitat aus William Shakespears
„King Lear“ beantworten:
„Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten müssen!“
Deadfall: Ich habe mal gelesen, dass Ihr mal als Ersatzband bei einem Gig von Absurd und Barad Dûr aufgetreten seid. Ihr sollt aber nichts von deren rechter Gesinnung gewusst haben. Gab es diesen Auftritt und wenn ja, wie kam es dazu? Und was haltet Ihr allgemein von NS-Beeinflussten Black Metal Bands oder überhaupt Politik im Black Metal?
Zingultus: Ja, diesen Auftritt gab es. Er fand damals in einer Art Stadthalle in Behringen statt. Das wir von der rechten Gesinnung Absurd nichts wussten, stimmt so nicht. Wir wussten allerdings nicht, dass auch Absurd an dem Abend mit uns spielen sollten. So wunderten wir uns nur über die Hakenkreuze auf dem Schlagzeug. An diesem Abend verstieß Hendrik auch gegen seine Bewährungsauflagen. Letztendlich spielten wir, da schließlich einige Leute wegen uns da waren. Aber es war schon beachtlich, wie viele uns freundlich mit dem rechten Arm zuwinkten, als die Textzeile „ Der Marsch der Flammen ist begonnen“ vorgetragen wurde. Wir kamen aber schnell aus der ganzen Geschichte raus und waren noch vor der Räumung des ganzen Spektakels weg, so dass wir nur selten mit diesem Konzert in Verbindung gesetzt werden. Da geht es Dunkelgrafen, welche auch an diesem Abend spielten, anders. Aber wenn Du im Osten spielst, dann kannst Du dich nicht von NSBM-lern freisprechen. Du musst Dir immer bewusst sein, dass sie auf jeden Fall einen großen Anteil des Publikums ausmachen. Letztendlich ist es mir auch egal, welche politische Gesinnung das Publikum hat, solange diese nicht af die Band übertragen oder mit uns propagandiert wird. Solange sie vor der Bühne abgehen, ist es mir egal, wo sie bei den Wahlen ihr Kreuzchen machen. Wir waren stets eine unpolitische Band und geben uns auch loyal gegenüber den uns uninteressanten politischen Gesinnungen anderer.
Deadfall: Warum, das werden sich viele fragen, kam es 2002 zur Auflösung von Nagelfar? Ich denke, das war für viele schwarzmetallische Freunde ein riesiger Schock, denn es ging ein großes Stück von ihnen hinfort!
Und eine Frage, die sich viele stellen, ist wohl, ob es DEFINITIV nie wieder etwas von Nagelfar zu hören gibt oder ob vielleicht doch noch mal eine Art „Comeback“ geplant ist!?
Zingultus: Die Auflösung ist absolut definitiv. Denn die Person, welche Zorn in der Vergangenheit verkörperte, gibt es und wird es nie mehr geben. Er hat den Namen mit all seinen Werten und Überzeugungen abgelegt, da er sich nicht weiter mit ihnen und ihrem Umfeld identifizieren konnte. Dies führte auch zu seinem Ausstieg bei Nagelfar.
Da es ein ungeschriebene, interne Abmachung der Band war, dass sich diese auflöst, sobald ein Gründungsmitglied von Bord geht, war die Sache sofort beschlossen. Zwar bat Zorn Meilenwald und mich, die Band weiter zu führen, doch hätten wir uns letztendlich selber betrogen und nicht ernst genommen, hätten wir keinen Schlussstrich gezogen. Nagelfar haben somit ihre Konsequenz bis zum letzten Atemzug beibehalten.
Wer Meilenwald und mich kennt, wird auch wissen, dass es undenkbar für uns ist, jemals noch mal mit jemanden zusammen zu arbeiten, welcher sich so von unserer Ideologie abwand und mit Füßen getreten hat.
Deadfall: Euer letzter mir bekannter Song ist „Der Erlösung Totgeburt“ vom Wurzelgeister-Sampler, der 2003 erschien. Wurde dieser Song bereits vor der offiziellen Auflösung fertig gestellt oder erst nach April 2002?
Zingultus: Das Lied wurde ursprünglich für einen Multi-Split-Sampler, welcher von der Band Mightiest auf die Beine gestellt werden sollte, geschrieben. Allerdings konnte er nie verwirklicht werden. Auch das Wurzelgeister-Stück von Lunar Aurora sollte auf diesen Weg seine Veröffentlichung finden.
Zunächst dachten wir, nachdem deutlich wurde, dass Mightiest nicht aus den Füßen kommen, die Stücke gemeinsam als Split Single zu veröffentlichen, doch dann bat man uns um die Teilnahme an den besagten Wurzelgeister Sampler. Auch diese Veröffentlichung zog eine lange Zeit mit sich, so dass das Stück erst nach unserer Auflösung veröffentlicht wurde. Es wurde jedoch in der direkten Post-Virus West-Zeit geschrieben und fertig gestellt, sprich im Frühjahr 2001.
Deadfall: Was für Kritiken bekam Nagelfar von Magazinen, Fans und anderen Bands? Gab es starke positive aber auch harte negative Resonanz? Und wie seid Ihr mit der Kritik umgegangen, d.h. war es für Euch wichtig?
Zingultus: Die Kritiken waren zum Schluss gar so überschwänglich, dass sie uns zusätzlich darin unterstützten, den Namen Nagelfar und somit die Verpflichtungen ihm gegenüber abzulegen. Wir hatten einen Status erreicht, den wir uns weder erträumt haben, bzw. von welchem wir überhaupt nie träumen wollten. Es wurde mehr und mehr zu einer Gradwanderung zwischen dem Untergrund, welchem wir uns immer zugehörig fühlten und bei ihm bleiben wollten und der medialen Popularität, welche mehr und mehr drohte, uns zu einer entmystifizierten Götzenband werden zu lassen. Dies wurde ein für uns nicht mehr steuerbarer Selbstläufer.
Doch möchte ich nicht abstreiten, dass uns eine gute Kritik und viel Zuspruch (sowohl von Presse-, wie auch von Fanseite) nicht schmeichelt und uns mit Stolz erfüllt, doch wenn man den Eindruck gewinnt, dass man machen kann, was man will und es findet trotzdem jeder gut, dann fragt man sich oft nach der Ehrlichkeit des Gegenübers, verliert mehr und mehr das Vertrauen und verliert den Blick für die wahren Werte. Wir standen dem unmittelbar bevor, obwohl wir eigentlich über jeglicher Kritik erhaben waren. Die einzigen, welche uns mit ihrer Kritik treffen konnten, war unser unmittelbarer Freundeskreis, für welche wir letztendlich auch mehr bedeutet haben, als nur eine befreundete Band. Nicht zuletzt waren sie es auch, welche die Motivation der Band immer wieder anflügelten. Ihre Meinungen waren die Einzigen, die uns überhaupt wichtig waren, da sie auch mit und auch für uns gelebt haben.
Deadfall: Mir wurde eine Frage von einem unserer Leser der Webseite gestellt, und zwar wie das mit eurem „Freiheit ist Mein“ T-Shirt ist! Es gibt wohl verschiedene mit goldener und mit weißer Schrift – Welches ist das Original und gibt es das heute noch zu kaufen? Ich habe im aktuellen „Black Attakk“-Katalog noch welche eurer T-Shirts entdeckt, wo doch meist gesagt wird, die waren stark limitiert und sind heute nicht mehr erhältlich!
Zingultus: Last Episode hatten seines Zeichens die Lizenz für dieses T-Shirt bekommen und in der zweiten Auflage einen gelben Aufdruck verwendet, welcher vollkommen hässlich ist. Entweder war es billiger im Druck, oder es ist eine komplette Fehlpressung... In der von uns autorisierten Version war der Druck in einem gold-orange Farbton gehalten und somit als Original anzusehen. Mittlerweile gibt es ja gar noch eine s/w Version, von der gar ein Kapuzenpulli existiert, welcher von Black Attakk aufgelegt wird. Hier wird ganz klar Unfug mit unserem Namen und Logo betrieben. Doch letztendlich vergeuden wir keine Kraft dafür, uns über solche Dinge aufzuregen, oder dagegen an zu gehen. Wer sich damit verarschen lässt, ist selber schuld. Ärgerlich ist nur, wenn es einen Artikel Deiner Band existiert, den du nicht mal selber hast, bzw. selber kaufen musst... da stimmt doch was nicht. Ich glaube, wir müssen doch mal bei Black Attakk anklingeln?!
Deadfall: Das Internet hat heutzutage eine immer größere Bedeutung in der Welt. Wie stehst Du zu diesem Medium und was hältst Du von Mp3-Tauschbörsen und der Einfachheit, Musik in der digitalen Welt zu verbreiten?
Zingultus: Ich finde es hervorragend! So kann man sich zusätzlich einen guten Überblick verschaffen und selektieren, welche Band es sich lohnt zu unterstützen und welche nicht. Und warum soll es nicht umsonst sein? Wenn einer nicht den Anspruch hat, sich eine Platte/CD nicht als gesamtes Kunstwerk zu sehen, sondern letztendlich nur die Musik für ihn zählt, dann kann er doch damit perfekt glücklich werden.
Doch für mein Wirken an der Musik und bei dem, was wir veröffentlichen, geht es jedoch um das Gesamtwerk. Es ist ja nicht so, dass da einfach ein Booklet zusammengeklatscht wird und die Texte runtergerasselt werden. Nein, es ist alles im Gesamten erst die Einheit, welche die Kunst der Musik umrahmen und atmosphärisch unterstützen.
Doch muss es wie gehabt jeder für sich entscheiden...
Was das Medium Internet an sich betrifft, so bin ich auch da ein vielseitiger und ständiger Nutzer. Ich bin begeistert davon, wie schnell ich mir Informationen aus aller Welt einholen kann, um meine Wissbegier zu stillen und ich sehe es als ein großen Vorteil an, schnell und günstig mit der Welt kommunizieren zu können. Viele vergangene Kontakte in/mit der Szene, welche aus Mangel an Zeit gelitten haben, wurden mit der Ausbreitung des weltweiten Netzes wieder aufgefrischt. Aber doch hält es mich nur selten davon ab, immer wieder zu einem guten Buch zu greifen.
Deadfall: Zingultus, Du hast dich ja schon während der Problemzeit Nagelfar’s 1995 (siehe oben) deinem Projekt „Graupel“ gewidmet, wo auch A. von Meilenwald und Sveinn Hackelnberg mit von der Partie waren. Mir ist nur das 98er Demo „Als der Nebel…“ bekannt, auf dem es im Gegensatz zu Nagelfar eher roh zugeht. Gibt es neben diesem Demo noch eine Veröffentlichung bzw. existiert die Band heute noch und gibt es Planungen?
Zingultus: Ja, die Band (kein Projekt!) existiert noch. Doch kommen wir nur selten zusammen, um zu musizieren, da wir nur an neuem Material arbeiten, wenn wir uns wirklich danach fühlen und Lust dazu haben. Aus diesem Grund wird es wohl nie zu einer Graupel-Veröffentlichungsflut kommen.
Neben dem Demo haben wir noch einen exklusiven Beitrag zum ersten „Curse of Mankind“ - Sampler beigetragen, sowie wartet eine Split-EP mit Encomium auf seine Veröffentlichung, auf welchem wir mit dem Stück „Weiß wie Schnee“ vertreten sein werden.
Die Besetzung ist derzeit nicht sonderlich gefestigt, da Greuel aktuell an seinem Doktor in Philosophie arbeitet und somit derzeit kein aktives Mitglied der Band ist und somit der vakante Posten am Bass unbesetzt ist. Eine erneute Integrierung in die Band ist allerdings ungewiss. Ebenso wie die Antwort auf die Frage, ob man sich nach Ersatz umsehen soll.
Wir hoffen allerdings trotzdem spätestens Ende 2004 unser neues Album „Auf dem alten Weg“ präsentieren zu können, an dem wir bereits seit 2 Jahren gelegentlich basteln. Es wird sicherlich über ein Label als Vinyl veröffentlicht werden, doch ist noch unklar, wer diesen Job übernehmen wird. Aus diesem Grund versuchen wir schon eine etwas längere Spielzeit als bei „Als der Nebel...“ zu erreichen! Na ja...und das dauert bei uns halt etwas.
Deadfall: Was machst Du zurzeit eigentlich hinsichtlich der Musik oder beruflich? Bist du in der Musikszene noch irgendwie aktiv mit Projekten wie „Graupel“ (siehe oben)?
Zingultus: Ich gehe einen geregelten Job im 24 Stunden Schichtdienst nach. Das hat es von jeher schwer gemacht, mich mit anderen terminlich zu organisieren. Zudem bin ich stolzer Familienvater und sage ganz deutlich, dass meine Frau und mein Sohn absolute Priorität genießen, zumal wir eine von Krankheit geprägte, sehr schwere und nur limitierte Zeit mit unserem Erstgeborenen haben.
Trotz allem widme ich mich weiterhin sehr der Musik. Sie ist mein täglicher Ausgleich und mich dürstet, meine Gedanken und Geschichten nieder zu schreiben und von der Musik umhüllen zu lassen. Dies tue ich in verschiedenen Bands und Projekten, wenn auch nach langer Pause derzeit nicht sonderlich ausgeprägt. So werde ich weiter mit Graupel kontinuierlich weiter arbeiten.
Aber auch mit Meilenwald mache ich weiter gemeinsam Musik, welche an die Nagelfar-Zeit anknüpft. Wir hatten zum Zeitpunkt der Auflösung der Band wie bereits gesagt, schon recht genaue Vorstellungen, wie Nagelfar sich in Zukunft anhören sollten. Wir wollten immer mehr zurück zu den Wurzeln des Black Metal, jedoch ohne den Erkennungswert Nagelfar zu verlieren. Virus West war schon ein deutlicher Schritt dorthin, jedoch wollten wir noch weiter gehen. Jetzt, wo der Name Nagelfar abgelegt ist und wir ihm gegenüber und niemanden anderes auch keine Verpflichtung mehr haben, können wir uns entsprechend frei entfalten. Wir haben schon seit längerem Material vorliegen, welches jedoch noch seine Vollendung finden muss. Über Art und Form einer Veröffentlichungen haben wir uns bislang noch keine Gedanken gemacht. Es ist noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt der breiten Masse auf dem kommerziellen Weg einer regulären Veröffentlichung zugänglich gemacht wird.
Deadfall: Mit welcher Musik (außer natürlich Nagelfar ;)) kann man dich begeistern und wie gestaltest Du deine Freizeit am liebsten?
Zingultus: Ich mag neben dem Metal noch vereinzelt diverse Musikstile, wie z.B. 80er Synthie-Pop von u.a. Depeche Mode oder NDW-Polit-Rock wie Fehlfarben. Ich bin dabei meist sehr rhythmusorientiert.
Meine Freizeit verbringe ich auch hauptsächlich mit der Musik und mit moderner Lyrik. Allerdings komme ich nur zu selten aus den alltäglichen Verpflichtungen heraus, um auch Freundschaften weiter intensiv pflegen zu können. Doch wissen meine engsten Freunde mit meiner privaten Situation und dem damit verbundenen, chronischen Mangel an Zeit umzugehen, so das diese wahren Freundschaften auch nicht erschüttern.
Deadfall: Wie würdest Du Dich zu diesen Punkten kurz ausdrücken?
Christentum:
Zingultus: Interessiert mich noch immer nicht!
Deadfall: Varg Vikernes:
Zingultus: Kopf einer hervorragenden norwegischen Black Metal „Band“, welcher jedoch leider in der Vergangenheit mehr durch politisch extreme Äußerungen von sich Reden machte, als durch gute Musik. Zudem scheint er sehr ungeschickt, hat er sich doch letztendlich schon das zweite Mal hat schnappen lassen...
Deadfall: Die heutige Black-Metal-Szene:
Zingultus: Ziel verloren! Letztendlich haben wir es uns jedoch selber auf unsere Fahne zu schreiben, da wir durch unsere Arroganz in der Vergangenheit es verpasst haben, dem Nachwuchs die alten Werte zu vermitteln und somit nur mit Verachtung zugesehen, wie die Ideologie des Black Metals mehr und mehr von der Masse nur auf die Musik reduziert wurde. Wären sie alle mehr involviert worden, wäre es nie soweit gekommen, dass der Black Metal all seine Mystik und Traditionen verloren hätte. Vielmehr wäre der Untergrund durch die Stärke der Masse gesichert und verfestigt worden. Jetzt ist der Begriff „Black Metal“ nur noch Standard und Marke. Derweil sind jedoch noch nicht alle Extreme ausgereizt, aber handeln will keiner mehr...
Deadfall: Alkohol:
Zingultus: Ist nicht immer mein Fall. Ich bin kein besonders großer Freund mehr von Wirkstoffen, welche meine Sinne benebeln und mich nicht mehr Herr über meinen Körper, Gedanken und der Realität sein lassen. Ich möchte allzeit bereit sein, so adäquat und effektiv zu Handeln, wie es mir möglich ist. Trotz Allem neige auch ich gerne gelegentlich dazu, mir eine Flasche Whisky zu gönnen und dem Rausch zu frönen. Doch das ist eher die Ausnahme. In dem Falle würde ich mich mit einem PROST! Ausdrücken.
Deadfall: Nun lass ich Dir noch die letzten Worte für Grüße/Hass-Grüße, Glückwünsche, Danksagungen und sonstiges.
Zingultus: Ich möchte an dieser Stelle noch mal auf Andreas Lacher, unserem Mentor, Labelchef von Kettenhund Records und in erster Linie guten Freund hinweisen und zu seinem Gedenken eine Textzeile des ihm gewidmeten und unveröffentlichten Nagelfar Stücks namens „1920-Ein Abendlied“ anführen:
„Und doch wirst Du erst mit uns für immer gehen!“
Danke Andi!
Deadfall: Im Namen des DeadFall-Teams danke ich Dir für das Interview und wünsche Dir noch viel Erfolg und Spaß.
Zingultus: Haltet die Flamme am leben!
Gruß & Prost
Zingultus |
| Interview Details |
Official Homepage |
Lineup:
Kein Line-Up mehr, da Band nicht mehr existiert!
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Interviewed by: Deadfall
Interview Date: 27.2.2004
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