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Quo Vadis [Comments]



Interview


Yanic Bercier, Schlagzeuger der kanadischen Technical-Death Truppe Quo Vadis zeigte sich sehr redefreudig und beantwortete mir mit Freude meine Fragen, viel Spaß damit!

Deadfall: Hallo Yanic, es ist eine Ehre und eine große Freude für mich, mit Dir reden zu dürfen. Lass uns doch bitte dem obligatorischen, historischen Überblick starten. Erzähl unseren Lesern doch bitte ein wenig über eure Band, und darüber, über was es in der Musik von Quo Vadis geht.

Yanic: Für diejenigen, die uns nicht kennen: Quo Vadis ist eine Metal-Band aus Montreal (Kanada), die im Dezember 1992 gegründet wurde. Im November 2004 veröffentlichten wir unser neuestes und drittes Album „Defiant Imagination“, welches von Jim Morris gemixt wurde den legendären Steve DiGiorgio als Sessionbassist beinhaltet. Unsere bisherigen Alben heißen „Forever“ (1996) und „Day Into Night“ (2000), außerdem haben wir noch eine EP namens „Passage In Time“, die auch unser erstes Video beinhaltet. Fast das komplette Line-Up hat sich über die Jahre verändert. Das momentane Line-Up besteht aus meiner Wenigkeit am Schlagzeug, Bart Frydrychowicz und Will Seghers an den Klampfen, Stephan Pare an den Vocals, Dominique Lapointe am Bass und zu guter Letzt Roxanne Constatin an den Keyboards.

Die Kompositionen der Band spiegeln wider, wie wir uns während des Schreibprozesses für ein neues Album fühlen. Die Texte des letzten Albums beispielsweise, sind komplett anders als die ihrer Vorgänger, da jeder Text auf „Defiant Imagination“ ein bestimmtes Stimmungsbild proheziert. Unser Ziel ist es Songs zu schreiben, die stimulierend und interessant sind, textlich wie musikalisch, und daraus noch eine Herausforderung für die Musiker zu machen, die sie live spielen müssen – also wir. Bart hat ein sehr großes Spektrum an musikalischen Einflüssen, welche sich auch auf seine Art zu Schreiben auswirken. Unsere Einflüsse sind alle sehr verschieden, jedoch sind unsere Geschmäcker sehr ähnlich, wenn es zum Schreiben der Songs kommt, darin ergänzen wir uns sehr gut. Diese Chemie kann auch gut auf unseren Alben gehört werden, denke ich. Das mag ich am Meisten beim Arbeiten mit ihm. Wir arbeiten seit 1992 zusammen und ich weiß immer wieder aufs Neue, dass seine Vorschläge die Geschwindig-und Beweglichkeit meiner Arme und Beine aufs Neue herausfordern wird :-)


Deadfall: Von „Forever“ bis zu „Defiant Imagination“ klang der Sound von Quo Vadis immer sehr strukturiert, schwer nachspielbar aber stets verständlich und nachvollziehbar. Ihr habt satte 4 Jahre für jedes Album benötigt, das ist eine lange Zeit, jedoch überzeugten die Resultate jedes Mal. Seid ihr eine Art „Perfektionisten“?

Yanic: Eine Art „Perfektionisten“?! Viel mehr als diese Definition! Nein, nur ein kleiner Spaß ;-) Viel Zeit geht immer an den Schreibprozess des Albums verloren. Bei jedem Album wurden mehr als die Hälfte der Songs noch bis ca. 2/3 Tage vor dem Studio modifiziert und verändert. All diese Veränderungen mögen verwirrend wirken, sind es aber mehr als wert, da das Endresultat uns jedes Mal gezeigt hat, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten.

Das Songwriting von „Defiant Imagination“ war allerdings sehr viel schwieriger, verglichen mit denen der vorherigen Alben. Die alten Alben waren binnen einer Periode von 3 Monaten komplett fertig aufgenommen, für „Defiant Imagination“ benötigten wir gute 2 Jahre. Die Struktur jedes Songs auf dieser CD wurde zwischen Februar und September 2002 aufgebaut. Im September des Jahres 2002 begann ich als erstes, das Schlagzeug einzuspielen, Bart danach die Gitarren. Zwischen diesem September und dem Januar letzten Jahres hat Bart jedes Riff neu bearbeitet bis er damit zu 100% zufrieden war. 2003 nahm Steve den Bass auf, gefolgt vom Cello im November. Das Keyboard und der Chor, welche von Roxanne Constantin übernommen wurden, wurden im Januar und November 2004 eingespielt. Die Gitarrensoli sowie die Vocals schlossen diese Aufnahme endlich ab, als sie im Februar 2004 endgültig eingeträllert wurden. Du siehst, dass dieser Plan sehr desorganisiert scheint, aber diese Instrumente wurden erst eingespielt, als jeder Musiker zu 100% bereit dafür war. Wie Bart so schön zu sagen pflegt: „Wir wollen bei diesem Album keine Kompromisse haben“…

Ein weiterer Grund für die Verzögerung des Albums waren die etlichen Line-Up Wechsel innerhalb der Band. Es gab Zeiten, in denen es für uns sehr schwierig war, weiter zu machen, aber wir taten es, und kamen jedes Mal gestärkt aus diesen Situationen hervor. Es war ein eine Lernprozess! Als das Album erschien bekamen wir viele Kommentare in denen stand, dass unser Sound frisch und energetisch klingt – was uns natürlich dieses „Wir sind zurück“-Feeling gab. Wir sind sehr glücklich darüber, wenn man bedeckt, dass wir schon als tot galten… ;) Ich hoffe stark, dass es keine weiteren 4 Jahre braucht, bis der nächste Output erscheinen wird. Die Zeit wird es uns zeigen…


Deadfall: Euer ehemaliger Gitarrist/Sänger Arie hat die Band ja bekanntlich vor den Aufnahmen zu „Defiant Imaginaton“ verlassen. Ersetzt wurde er durch Stephane, womit sich euer Sound eher in die Technical Death Richtung verändert hat. Siehst du das als eine Verbesserung oder als einen Schritt zurück?

Yanic: Ich glaube, einen echten Sänger, anstatt eines Gitarristen der auch singt, zu haben, ist ein definitiver Fortschritt. Stephane hat schlichtweg ein viel breiteres Spektrum. Seit er nun der feste Sänger ist, verbringt er sehr viel Zeit damit, seine gesanglichen Fähigkeiten zu verbessern während Bart und Arie sich immer mehr auf die Gitarrenarbeit konzentrierten. Außerdem bringt Steph eine unglaubliche Energie mit auf die Bühne – er klettert auf die Boxen, rennt über die ganze Stage und sorgt dafür, dass die Crowd mitmacht und ihren Spaß hat, er ist ein echter Freak!

Die Idee, einen festen Sänger für uns zu haben, kam erstmal im Jahr 2001/2002 auf, als wir merkten, dass ein Gitarrist, der auch singen muss, für Live-Performances nicht geeignet ist, vor allem nicht für unsere Art der Musik. Es war schon schwierig. Zumal alle Soundtechniker und auch die Fans sagten, dass die Vocals von Arie viel zu leise wären. Auf der Bühne vermischten sich dann die restlichen Instrumente mit den Vocals und es gab den vollen Soundbrei. Wenn du dann dazu noch Gitarre spielen musst, kannst du dich niemals so auf deine Stimme konzentrieren, wie es ein Sänger kann, der seinen gesamten Körper als Resonanzfläche zur Verfügung hat, um den Death-Metal Vocals den letzten Push zu geben. Logischerweise brachte dies viele Probleme mit sich. Selbst bevor Stephane zur Band gekommen ist, performten wir nie eine Show, bei der alle Vocals gesungen wurden, wir ließen immer kleine Teile der Lieder weg oder überbrückten sie. Mit unserem neuen Material, von „Defiant Imagination“, das noch komplexer ist, wäre das zu einem noch größeren Problem geworden. Es war in jedem Fall nötig, die Schwächen im Gesang auszumerzen, und das geschah, als Stephane zur Band hinzukam.


Deadfall: Am 7. Mai habt ihr eine Show von Euch aufgenommen, um sie für eure erste DVD zu verwenden. Was kann denn ein Quo Vadis Fan von einer Live-Show erwarten und kannst du uns schon sagen, was genau auf der DVD sein wird?

Yanic: Der Gig für die DVD war die theatralischste Show, die wir jemals gespielt haben. Die Tatsache, dass wir unsere erste DVD aufnahmen, gab Bart und Roxy die Möglichkeit, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen, um die Musik visuell und durch Bewegungen zu verdeutlichen. Angefangen bei den speziellen Bannern für die Show, die begnadete Cellistin Claude Lamoth aus Quebec zu holen, dazu noch die Geigerin Julie Belanger-Roy, dazu noch ein zwanzig-köpfiger Chor, den wir mit dem Bus von Quebec City holten und zu guter Letzt, die Personen die durch Bodypainting zum lebenden Cover von „Defiant Imagination“ wurden. All diese Aspekte und die energetische Performance von uns, machte diese Show zu etwas ganz besonderem – und zu etwas, das es in Sachen Metal in den letzten Jahren in Montreal noch nie gab. Die DVD wird nicht einfach nur eine sein, auf der die Band ihre Musik runterträllert, nein, sie wird zeigen, was unsere Musik für uns bedeutet.

"Defiant Imagination"

Review


"Day Into Night"

Review


"Forever"


Der 7. Mai war selbstredend ein besonderer Tag für uns. Wir waren so froh darüber, dass unsere Show für die DVD aufgenommen wurde. Unsere Shows sind immer mitreißend und energiegeladen, für uns wie auch für die Fans. Wir geben grundsätzlich alles, wenn wir live performen. Die Fans scheinen unsere Energie in sich aufzunehmen ebenso wie wir ihre absorbieren. Die DVD wird das unterstreichen. In den letzten 2 Monaten arbeitet Bart mit einem Videotechniker aus Montreal zusammen, ich habe bis jetzt noch nichts gesehen, aber Bart sagt, dass es absolut fantastisch werden soll. Wir hoffen, die DVD bis zum Ende des Jahres fertig zu haben.


Deadfall: Als ich einige Leute gefragt habe, ob sie Quo Vadis kennen, antworteten sie mir, dass es ein sehr schöner Film sei. Hat der Film eine spezielle Rolle gespielt, als es um die Benennung eures Bandnamens ging? Wenn nein, warum dann „Quo Vadis“?

Yanic: Bart hat diesen Namen 1993 ausgewählt, soviel ich weiß, hat der Film damit nichts zutun gehabt. Er hat ein Faible für die lateinische Sprache und seine Historie, mit Quo Vadis hatte er einen Namen gefunden, den man nicht kategorisch in irgendeine Schublade stecken konnte, somit kann unsere Musik schlecht kategorisiert werden. Der Name blieb mit uns seitdem.

Deadfall: Viele Menschen kennen Quo Vadis, aus mir unergründlichen Gründen, nicht. Hier in Deutschland ist es verdammt schwierig, Merchandise von Euch zu bekommen. Glücklicherweise wird der Twilight-Vertrieb sich jetzt darum kümmern. Kannst du mir Gründe nennen, weshalb Quo Vadis immer noch so extrem im Underground agiert?

Yanic: Zwischen 1992 und 2000 war fast jedes Bandmitglied auf dem College oder der Universität, weshalb die Schularbeit bei Weitem wichtiger, als die Band war. Shows zu organisieren oder einfach nur zu proben war sehr schwierig, da wir alle grundverschiedene Stundenpläne hatten. Im Jahr 2000 hatten fast alle die Schule beendet, weshalb wir von diesem Zeitpunkt an mehr Zeit für die Band hatten. Das war ein Zeitabschnitt, von dem ich denke, dass die Band ernsthafter und fokusierter wurde. Die größte Veränderung war jedoch 2002, als die Line-Up Wechsel eintraten. Diese haben drastisch die Mentalität, das Auftreten und die Ziele der Band verändert. Das war praktisch der Beginn, an dem die Band ein zweites, professionelles Gesicht bekam, einen Lebensstil sozusagen. Wir hoffen, dass wir in den nächsten 2 Jahren genauso viel erreichen können, wie zwischen 2002 und 2004.

Deadfall: Als ich mal einen Blick in euere Gästebuch geworfen habe, ist mir aufgefallen, dass viele Leute so begeistert von eurem instrumentalen Können sind, dass sie fast durchdrehen. Nun, es ist tatsächlich erstaunlich, was ihr auf die Beine stellt, das ist sicher. Hattet ihr vor Quo Vadis noch andere Projekte, in dem euer Spielen angeregt wurde, oder hatte ihr einfach gute Lehrmeister?

Yanic: Vielen Dank für das Kompliment. Jedes Mitglied von uns arbeitet hart daran, noch ein viel besserer Musiker zu werden. Bevor wir zu „Defiant Imagination“ kamen, nahm Bart Gitarrenunterricht bei einem Musiker in Montreal, um seine Fähigkeiten noch zu verbessern, und das ist, denke ich, auf der neuen Scheibe gut hörbar. Nachdem „Defiant Imagination“ fertig war, nahm ich Unterricht bei Bobby Jarzombek (Rob Halford, Demons & Wizards, Spastik Inc.) und bei Keith Brown (Jazz Drummer und Professor der Musikabteilung bei der Universität in Knoxville, Tennesee), um meine Art zu Spielen noch mehr zu verbessern und sich auch auf andere Musikarten übertragbar zu machen. In den letzten Jahren wurde ich oft als Session-Drummer für Studioaufnahmen „gemietet“, und dies brachte mir wirklich viel, da ich diese Erfahrung mit in den Sound von Quo Vadis einfliessen lassen konnte. Die Dinge liefen gut für uns, und wir hoffen, dass sie auch gut weitergehen 

Deadfall: „Defiant Imagination“ wurde im letzten Jahr veröffentlicht, gibt es schon neues Material?

Yanic: Bart hat bereits begonnen, sich an neues Material heranzutasten und hat mir bei ein paar Soundchecks unserer Shows, einige neue Riffs vorgespielt. Obwohl es wohl voreilig wäre, jetzt zu sagen, wie das neue Material ist, kann ich sagen, dass die Gitarristen sicherlich sehr erstaunt sein werden. Wir werden versuchen, dass das neue Album die Band auf einen neuen Level bringt, dazu noch interessant für die Musiker selbst, und für Musikbegeisterte auf dem ganzen Planeten. Seid gespannt, es wird auf unserer Homepage schon sehr bald Neuigkeiten dazu geben.

Deadfall: Wie vorher bereits erwähnt, ist euer Bekanntheitsgrad in Deutschland nicht sehr groß. Wie sieht es in Kanada aus? Seid ihr dort bekannter?

Yanic: Unsere Erfogle in Kanada sind fantastisch. Unsere Fanschar dort wird immer größer und größer. Natürlich hoffen wir, denselben Erfolg in Deutschland zu haben. Unsere ersten Liverfahrungen in Deutschland waren im März diesen Jahres, als wir in Osnabrück und Dortmund spielten. Es war einfach ein tolles Erlebnis und wir freuten uns sehr, hier spielen zu dürfen. Wir wollen unbedingt in nächster Zeit wieder nach Europa kommen, um den europäischen Metalfans noch mehr unseres Sounds zu zeigen.

Deadfall: In kleinen Schritten nähern wir uns dem Ende des Interviews, dennoch habe ich noch eine Frage für Dich. Wann denn können die deutschen Fans Euch nochmals hier erwarten? Gibt es Planungen für die kommenden Monate?

Yanic: Ich glaube, dass unsere nächsten Shows bei Euch leider erst im Winter oder Frühling des kommenden Jahres sein werden. Es wäre toll, eine ganze Serie von Shows in verschiedensten Städten Deutschlands machen zu können. Ich hatte schon die Freude, viele Teile von Deutschland zu sehen und hoffe, dorthin mit der Band kommen zu können. Ich nahm im College 2 Deutschkurse in der Hoffnung, dass ich mich besser mit der Sprache auseinandersetzen könnte. Seitdem ich bei Siemens arbeite, kann ich auch bei der Arbeit ein wenig Deutsch sprechen, leider spreche ich nicht oft genug, um größere Fortschritte zu machen. Vielleicht sollte ich für ein paar Jahre nach Deutschland ziehen um dort zu arbeiten!

Deadfall: Okay, das war es leider schon. Vielen Dank, dass du dir für uns (mich) Zeit genommen hast. Ich wünsche dir und der Band alles Gute und eine rosige Zukunft . Die letzten Worte sind die deinigen.

Yanic: Ich habe dir für das Interview zu Danken. Wir freuen uns immer sehr darüber, mit Fans oder den Medien über die Bandaktivitäten zu reden. Diejenigen, die noch mehr über die Band wissen wollen, können gerne unsere Homepage besuchen. Das ist der beste Weg, um Updates über die DVD, Shows und andere Aktivitäten der Band zu bekommen. Außerdem, da du ja erwähnt hast, dass unsere Alben in Deutschland schwer zu finden sind, lege ich Euch nahe, Merchandise von unserer Homepage aus zu bestellen.

Passt auf Euch auf, und wir hoffen, Euch nächstes Jahr sehen zu können!

Yanic.

Interview Details


Official Homepage
Lineup:

Yanic Bercier: Schlagzeug
Bart Frydrychowicz: Gitarre
Will Seghers: Gitarre
Dominique Lapointe: Bass
Stephane Pare: Vocals
Roxanne Constatin: Keyboards
Interviewed by: d00m
Interview Date: 06.9.2005









Comments



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#3 | viNteR | 09-08-2005 15:34 | IP logged | Edit | Delete
da stimme ich nur zu, echt feiner dm Smile
ich würd se gern mal live erleben

#2 | klabautazw3rg | 09-06-2005 21:31 | IP logged | Edit | Delete
Joa, sind tierisch gut die Jungens ;P

#1 | d00m | 09-06-2005 15:47 | IP logged | Edit | Delete
Ich vergöttere diese Band ^^

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